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Evelyn Hofer
Die unbekannten Fotografien | The Unknown Photographs
 


Springtime, Washington 1965



Harlem Church, New York 1964

Anlässlich des 85. Geburtstages von Evelyn Hofer zeigt die Galerie m Bochum vom 20. April bis zum 27. Juni 2007 eine Einzelausstellung mit bisher unbekannten Werken der Fotografin.

Als die Galerie m Bochum 2001 ihre erste Ausstellung mit Evelyn Hofer präsentierte, waren ihre Fotografien in Europa noch nahezu unbekannt. Mittlerweile hat das Engagement der Galerie m zu einer „Entdeckung“ des Werkes dieser außergewöhnlichen Fotografin geführt. Dazu hat auch nicht zuletzt die Monographie beigetragen, die 2004 im Steidl Verlag erschienen ist und einen beeindruckenden Werküberblick ermöglicht (Hrsg. Susanne Breidenbach). Das Fotomuseum in Den Haag würdigte zuletzt Hofers Werk mit einer Retrospektive, in der über 100 Fotografien zu sehen waren.

Die Werkbetrachtung ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen, denn das umfangreiche Œuvre von Evelyn Hofer wartet immer noch darauf, in seiner ganzen Breite erschlossen zu werden. Die aktuelle Ausstellung in der Galerie m stellt den nächsten, wesentlichen Schritt in diese Richtung dar.
Vor allem die aufwendige und teuere Produktion ihrer Dye Transfers (Edeldruckverfahren zur Herstellung von Farbfotografien) führten bisher dazu, dass Hofer im Wesentlichen für Ausstellungen produzieren konnte. Die Künstlerin hat nun die zunehmenden internationalen Ausstellungen und das enorme Interesse an ihrem Werk zum Anlass genommen, weitere, bisher verborgene und für sie bedeutsame Schätze aus ihrem Archiv auszuwählen, um sie erstmals in der Galerie m zu zeigen. Diese überwiegend unbekannten Fotografien ermöglichen eine Neuentdeckung bzw. Vertiefung zahlreicher Werkgruppen und Aspekte.

In der Auswahl der Schwarzweiß- und Farbfotografien wird einmal mehr die Vielfalt ihres Werkes deutlich, die sowohl Landschaftsfotografie, Stillleben als auch Portraits umfasst. Die Exponate erlauben neben der geographischen Zuordnung, die u.a. auf Washington, New York, London, Dublin und Paris verweist, auch eine vielfältige thematische Erschließung.
Evelyn Hofer ist bisher vor allem für ihre einfühlsamen Portraits gerühmt worden. Mit einer Serie von Kinderportraits wird der Blick auf diese Gattung innerhalb ihres Werkes differenziert und vertieft. Eine Gruppe von sechs frühen Portraits von Andy Warhol dokumentiert außerdem die Kontakte Hofers innerhalb der New Yorker Kunstszene in den frühen 60er Jahren. Neben den Portraits werden erstmals auch schwarzweiße Naturlandschaften als eigenständige Werkgruppe gezeigt. In den ausdrucksstarken, malerisch wirkenden Panoramen manifestiert sich die Urgewalt, Schönheit und Individualität der Natur. Dramatische Wolkenkonstellationen stehen zerklüfteten oder sanften Gebirgslandschaften gegenüber, die in ihrer jeweils spezifischen Lichtsituation einen besonderen Zauber entfalten.

Einen außergewöhnlichen Anziehungspunkt stellen auch die neuen Dye Transfers dar, deren faszinierende und intensive Farbigkeit den Betrachter in ihren Bann ziehen. Immer wieder kommt es zu einem reizvollen Wechselspiel zwischen Farben und Sujets, so zum Beispiel auf dem Bild, das den stolzen Motorrad-Polizisten vor einem ausladenden Baum mit üppigen weißen Blüten zeigt, oder den stramm stehenden Generalstab der US-Streitkräfte vor dem blank polierten Konferenztisch in Washington, die drei Afro-Amerikanerinnen in Sonntagsstaat vor der Harlem Church oder auch den jungen New Yorker auf dem Fahrrad, hinter dem die Queensboro Bridge zu sehen ist und dessen rotes Shirt sich deutlich vom Grün des Rasens abhebt. Die Fotografien von Evelyn Hofer bestechen stets durch die Ausgewogenheit ihrer Komposition und das Einfühlungsvermögen in den Bildgegenstand.