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Aino Kannisto
Neue Fotografien / New Photographs
27. Januar bis 25. März 2006


 












Die Galerie m Bochum zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung neue Fotografien von Aino Kannisto und widmet der finnischen, 1973 in Espo geborenen Künstlerin damit zum zweiten Mal eine Einzelausstellung.

Die Fotografien Aino Kannistos zeigen fiktive Inszenierungen, in denen sie selbst unterschiedlichste Rollen und Identitäten einnimmt. Auf faszinierende Weise erzeugt sie in der Verbindung der jeweiligen, teils geheimnisvollen, teils alltäglichen Schauplätze und einer darin verharrenden Akteurin eine beunruhigende, von latenter Spannung durchzogene Atmosphäre. Ihre Fotografien halten unterschiedlichste Situationen im fotografischen Augenblick, im Stillstand von Raum und Zeit fest und konfrontieren den Betrachter in eindringlicher Intensität mit unaufgelösten Szenen von Angst, Trauer, Verzweiflung aber auch von Sehnsucht und innerer Versunkenheit. Dabei benutzt Kannisto vertraut anmutende Verweise auf Alltagssituationen, auf Literatur, Film und Fotografie, aber auch auf schwerer zu lokalisierende Erinnerungen, Träume oder Phantasien.

Enorm ist ihr Einfühlungsvermögen in die psychische Befindlichkeit der dargestellten Figuren und ihre intensive Präsenz in der Inszenierung von emotionalen Grenzsituationen oder von Momenten intimer Offenbarung: Sei es die schwangere, im Nachthemd an eine weiße Wand gelehnte Frau mit Schweißperlen im Gesicht und einem Blick, der zwischen den Welten zu liegen scheint, oder die Frau inmitten eines Sees, bis zum Kinn eingehüllt in das tiefe Blau des sie umgebenden Wassers und des sich zuziehenden Himmels über ihr. Mit ängstlich angespanntem, misstrauischem Blick, in Falten gelegter Stirn und leicht geöffnetem Mund fixiert sie etwas außerhalb des Bildes. In extremer Nahsicht und Augenhöhe steht ihr der Betrachter direkt gegenüber und findet sich unmittelbar mit der angespannten und beängstigenden Lage konfrontiert. Doch was die Frau sieht, der Grund ihrer Anspannung ist ihm verborgen. Es verbleibt ein unbehagliches Gefühl, ein Moment intensiver, unaufgelöster Spannung.

Zu der eindringlichen Wirkung und der Atmosphäre der Inszenierungen Kannistos trägt ebenso ihre detaillierte Komposition bei. Der Einfall des Lichts, der Einsatz von Farben, die Ausstattung der Schauplätze, die Verknüpfung von Innen- und Außenraum, die Kleidung der Figuren, ihre Positionierung als auch die des Betrachters werden bewusst eingesetzt. Das Zusammenspiel von Offenbarung und Geheimnis, Vertrautheit und Befremdlichkeit, Nähe und Distanz verstärken die Spannung des letztlich unaufgelösten Geheimnisses eine jeden Bildes.

Parallel zu ihrer Einzelausstellung in der Galerie m Bochum nimmt Aino Kannisto an der Ausstellung Selbstauslöser in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel teil, die noch bis zum 26. Februar 2006 zu sehen ist. Vom 31. März bis zum 7. Mai 2006 wird die Ausstellungsreihe Zwischen Traum und Wirklichkeit - folgend auf Ratingen und Bergkamen - in der Galerie der Stadt Tuttlingen fortgesetzt. Weitere Projekte in diesem Jahr sind u. a. Ausstellungs-beteiligungen in der White Box in New York, im Kulturhuset in Stockholm sowie anlässlich der FotoGrafia, dem Fotofestival in Rom, im Museo Andersen.